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Brückenschlag in die Türkei Pilotprojekt der Goetheschule Baesweiler mit Betriebspraktika in der Türkei – ein Erfahrungsbericht Wer die Herausforderung „Globalisierung" annimmt und sich damit auseinander setzt, muss zunächst einmal lokal handeln. Daher bemüht sich die Goetheschule seit Jahren mit Integrationsprojekten, die Lebens- und Erfahrungsräume von Schülerinnen und Schülern, unabhängig von der Herkunft, zu thematisieren und Identifikationsmöglichkeiten anzubieten. Man kann den Zugang zu europäischer und weltweiter Zusammenarbeit nur finden, wenn man selbständig wird, sich öffnet und offen ist für andere, für Fremdes und Neues, unterschiedliche kulturelle, sprachliche und sozialisatorische Erfahrungen macht, reflektiert und für die individuelle Berufs- und Lebensplanung nutzt. Der hohe Anteil von 14,4 Prozent türkisch-stämmiger Bevölkerung in Baesweiler (28.000 Einwohner) und von 27 Prozent an der Goetheschule (374 Schüler) macht deutlich, warum die Goetheschule – beispielhaft vor allem bikulturelle deutsch-türkische Kompetenz anstrebt. Integration kann in diesem Sinne als große gesamtgesellschaftliche Aufgabe nicht räumlich begrenzt werden. Wir müssen auch die Wurzeln pflegen, die weit über Staats- und Kontinentgrenzen hinaus reichen. Unter diesem Aspekt sammelten im vergangenen Oktober drei Schüler konkrete Erfahrungen in Belek an der türkischen Riviera, wo sie im Ferienclub Mega Saray ihr dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum absolvierten. Jeder von ihnen wurde gemäß seinen Interessen und individuellen Voraussetzungen eingeteilt. Patrick Bänsch kam mit Deutsch, Englisch und einigen Brocken Türkisch, die er während des Schüleraustausches mit der bilingualen Partnerschule in Istanbul gelernt hatte, an der Rezeption gut zurecht. Stanislaw Chodak konnte an den Pool-Bars seine Russischkenntnisse häufig anwenden (Er stammt aus Kasachstan) und Adem Koyuncu erweiterte sein bereits vorhandenes Können in der Küche. Er fungierte auch als Dolmetscher, wenn es zu längeren Gesprächen mit Mitarbeitern und türkischen Gästen kam, die zumeist Arbeit und Erfahrungen im Praktikum zum Thema hatten. Alle drei haben mit ihrem Auftreten, mit Freundschaften zum Personal und zu Gästen auch einen großen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet. Das hebt auch der Baesweiler Bürgermeister, Dr. Willi Linkens, besonders hervor. „Dieses Projekt hat sicherlich große Bedeutung für den Eintritt in das globalisierte Berufs- und Wirtschaftsleben, ist aber auch in gleichem Maße ein bedeutender Beitrag zum konstruktiven Miteinander aller unserer Bürger.". Der Aachener Europaabgeordnete Armin Laschet bezeichnet das Projekt als „Vorzeigeinitiative". ... „Gerade in dieser Zeit, in der von Intoleranz und Gewalt junger Menschen zu hören ist, setzt das Projekt mit der Türkei Zeichen."... Dass das Projekt verwirklicht werden konnte, liegt auch an der ideelen und materiellen Unterstützung des langjährigen Schulpartners Santex aus Würselen/Aachen. Inhaber Kemal Sahin und Geschaftsführer Ahmet Kalkan haben die Idee von Beginn an mitgetragen. So entstanden für den Aufenthalt in der Türkei überhaupt keine Kosten..... (Wirtschaftliche Nachrichten 04/2001) |